CoMiCon Logo Kurzbeschreibung deutsch"CoMiCon"

Gehirn-Computer-Schnittstelle für Patienten in minimalen Bewusstseinszuständen 

Prozessarbeit unterstützt modernste Forschung

01.02.2017

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitung wurde schließlich unser 3-Jahres-Forschungsprojekt „CoMiCon“ vom Bundes Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bestätigt und gefördert (Beginn: 01.02.2017).

Der international bekannte Medizinpsychologe Prof. Dr. Niels Birbaumer und sein Team vom „Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensbiologie“, der Universität Tübingen, zum dem auch Prof. Dr. Boris Kotchoubey gehört, setzen damit ihren jahrelangen Forschungen zur Gehirn-Computer Interaktion (Brain Computer Interface, BCI) fort. Birbaumer und seinem Team gelang es mit Einsatz aus einer Kombination von Nah-Infrarotspektroskopie (NIRS) und Elektroenzephalographie (EEG) ALS-Patienten mit sogenannten Completely Locked-in Syndrom (cLIS) eine Ja-/Nein-Kommunikation zu ermöglichen. Als Completely Locked-in Patienten gelten Menschen, die bei vollem Bewusstseins sind, jedoch im Gegensatz zu Locked-in Patienten auch die letzten verbleibenden Möglichkeiten der Augenbewegungen nicht mehr zur Kommunikation nutzen können. 

In unserem aktuellen Projekt geht es nun darum zu erforschen, ob diese Technologie auch für Menschen im sogenannten Minimalen Bewusstseinszustand (Minimally Conscious State, MCS) für eine Ja-/Nein-Kommunikation genutzt werden kann. Menschen im MCS zeigen erste, wenn auch schwankende Anzeichen von wiederauftauchendem Alltagsbewusstsein. Sie können aber nicht verbal kommunizieren.

In Kooperation mit den Firmen NIRX Medical Technologies und Brainproducts wird nun die Technologie und die Bedienerfreundlichkeit weiterentwickelt, so dass das Equipment dann auch von medizinischem Personal oder Angehörigen zu nutzen ist. 

In der von Prof. Dr. Jens Rollnik geleiteten BDH-Klinik in Hessisch Oldendorf werden zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und ich in diesem Projekt mit MCS-Patienten arbeiten. MCS-Patienten werden in Vorfeld der Gehirn-Computer-Interaktion entweder eine speziell für dieses Projekt von Wolfgang Gleixner komponierte Musik hören oder von mir mit Methoden der prozessorientierten Komaarbeit nach Arnold Mindell individuell begleitet. 

 

18.07.2017

IMG 20170718 155624Wie sind die Schlaf- und Wachrhythmen von Menschen im minimalen Bewusstseinszustand und in wieweit können sie Sprache semantisch verarbeiten? 

Das sind einige der Vorarbeiten im BMBF-Forschungsprojekt "CoMiCon" auf dem Weg zu einer Entwicklung eines Brain computer interface, um Menschen im minimalen Bewusstseinszustand (MCS) möglicherweise eine Ja-/nein-Kommunikation zu ermöglichen. 

Heute testeten wir das Schlaf-EEG und eine N400-EEG-Messung auf kongruente und inkongruente Sätze, die über Kopfhörer dargeboten werden. 

In ein paar Wochen werden wir den Menschen in MCS entweder speziell komponierte Musik oder Prozess-orientierte Psychologie nach Arnold Mindell anbieten, um sie zu fördern und für eine Brain computer face Training vorzubereiten. 

NEUROSCIENCE MEETS PROCESSWORK !

 

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