"Auf Peter Ammann und die Prozessarbeit nach Mindell bin ich gestoßen auf der Suche nach einem Verstehen. Mein  Mann hatte aus völliger Gesundheit heraus einen hypoxischen Hirnschaden erlitten. Dieses Ereignis traf uns völlig unvorbereitet und überwältigend, so dass es zunächst  kein Denken und keine dafür Worte gab. Wir, d.h. seine Freunde und die Familie, waren erschüttert und zugleich völlig hilflos und gelähmt, es gab nur den Wunsch, es solle sich schnell etwas ändern. Peter Ammann gelang es mit seinen Besuchen bei uns, dass wir uns erst einmal selbst emotional auf diesen Zustand der Hilflosigkeit und Reglosigkeit einzulassen wagten. Das war nur auf den ersten Versuch unvorstellbar und unerträglich. Indem ich lernte, zunächst  mein eigenes Erleben und meine Verstörung zuzulassen und davon zu sprechen, wurde es mir allmählich möglich, statt ständig aus Angst und Unverständnis auf Besserung zu hoffen (was für meinen Mann indirekt wie ein Drängen zur Anstrengung wirken musste),  den Prozess, in dem sich mein Mann befindet, anzuerkennen und ihn als seinen Weg (wohin auch immer ) zu respektieren. Das hat in all der anstrengenden Zeit zu mehr Ruhe geführt und es mir ermöglicht, eine neue, andere, aber sehr intensive Beziehung zu meinem Mann aufzubauen, in der auch Kommunikation über andere Wege als die bisherigen möglich ist. Ein ganz unerwarteter Aspekt, den ich immer wieder von  Besuchern erzählt bekomme, ist, dass mancher durch den Kontakt mit meinem Mann  trotz (oder gerade wegen) seines veränderten Bewusstseinszustandes in überraschender Weise ganz viel über sich selbst erfahren, zur Ruhe und  "zu sich" kommen kann. Dafür danke ich meinem Mann, aber auch Peter Ammann, der uns diesen Weg  begleitet hat." B. W. (2010).

 

„Hoffen oder Leiden?  Liebe Betroffenen…….

Drei Jahre ist es nun her, dass eine schwere Hirneinblutung meinen Vater aus seinem aktiven Leben ins Wachkoma gerissen hat. Eine schwere Zeit vor allem für die Menschen, die Ihn als lebensfrohen Menschen kennen gelernt haben. Das Leben verändert sich und alles was eine starke Verbundenheit ausmacht war plötzlich eine Qual. Das Gefühl sich nicht mitteilen zu können und nie zu wissen, was mein Vater jetzt fühlt und ob er mich wahr nimmt hat die ganze Situation unerträglich gemacht.Der Mensch neigt dazu nur das zu glauben, was er sieht. So hatte auch ich meine Probleme daran glauben zu können, dass ich noch einmal die Chance bekommen könnte, mich mit meinem Vater verbunden zu fühlen .., noch einmal das Gefühl haben zu können, dass mein Vater mir noch einmal zeigen kann, wie sehr er noch fühlt.In dem Pflegeheim lernten wir Herrn Ammann kennen und so entstand dann auch die Prozess-orientierte Koma-Arbeit mit uns. Mit Zurückhaltung gezeichnet hielt ich mich anfänglich im Hintergrund, wie so oft aus Angst davor, dass mein Vater mitbekommen könnte, wie sehr ich mit dieser Situation zu kämpfen hatte.Bereits bei Therapiebeginn wurde uns sehr schnell klar, wie aktiv mein Vater an der Therapie teilnimmt und welche Chancen sich hieraus für uns entwickeln sollten. Erstmals seit der ganzen Wachkomazeit zeigte mein Vater sich klar und kommunikativ. Wir hatten auf einmal wieder eine Möglichkeit Gefühle mit Ihm auszutauschen und mitzuerleben, dass er sich trotz seines Zustandes auch uns mitteilen kann.Ein schönes Gefühl und ein Weg, der die Zeit einfacher macht, weil man wieder Gefühle zulassen darf, ohne dass sie einem erdrücken.

Jeder Mensch hat mit Schicksalsschlägen zu kämpfen. Ein mancher wirkt wie ein heftiger Schlag, bei dem man glaubt sich nicht davon erholen zu können. Leid endet da, wo Hoffnung beginnt. Die Prozess-orientierte Koma-Arbeit gibt Hoffnung und vor allem Kraft. Kraft, weil sich hier die Möglichkeit bietet, sich mit dem Koma-Patienten auf eine Gefühlsebene zu bewegen, und Hoffnung, weil sich so eine Chance gefunden hat, die gemeinsamen Zeiten ganz anders genießen zu dürfen.“ S. K. (2008)

 

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