"Seelsorge jenseits der Sprache – Expeditionen ins Traumland"

Veränderte Bewusstseinszustände – Kommunikation – Begleitung - Ethik 

mri link... ist eine Fachfortbildung für KlinikseelsorgerInnen und andere Professionen, die auf Intensivstationen oder allgemein mit Menschen in zurückgezogenen veränderten Bewusstseinszuständen arbeiten.

Seit 2008 bieten Klinikseelsorger Thomas Kammerer und ich im Klinikum rechts der Isar der Technischen 

 

KKVD cmyk v1 webUniversität München dieses Intensivtraining an. Der Kurs findet in Trägerschaft des Katholischer Krankenhausverband Deutschlands e.V. statt. 

 

Beschreibung der Fachfortbildung

Intensivstation-IAuf den Intensivstationen befinden sich Menschen in vitalen Grenzsituationen. Menschen, die ohne diesen (vom Menschen geschaffenen) Raum nicht (mehr) leben würden. Unsicherheit, Angst, Sorge und Hoffnung sind wohl die primären Gefühle, die Patienten, Angehörige, aber auch das Personal in diesen Räumen in je eigener Weise bestimmen. Patienten erleben in dieser Zeit oft ungewohnte seelische Zustände und Bewusstseinszustände (Koma, Durchgangssyndrom etc.). „Bewusstlosigkeit“ und „Koma“ bedeuten jedoch nicht „Abwesenheit“, nicht die „Unfähigkeit“ zur Wahrnehmung und nicht das „Fehlen“ von tief menschlichen Bedürfnissen wie Zuwendung und Kommunikation. Im Gegenteil...

Die Zeit auf der Intensivstation ist bestimmt durch den Blick auf (körperliche) Defizite und den Kampf ums (nackte) Überleben. Dass sich in dieser Zeit auch tiefe seelische und spirituelle Lebensprozesse ereignen, ist noch wenig bekannt. Diese bedürfen der Wahrnehmung, der Beziehung und der Unterstützung, um sich zu entfalten und zu einer bewussten und bedeutsamen Erfahrung zu wandeln.

Welche Rolle haben Seelsorgerinnen und Seelsorger* in diesen Prozessen? Wie nähern wir uns Menschen, deren Kommunikation nicht über die Sprache erfolgt, um sie in dieser Zeit geistlich zu unterstützen? Wie finden wir eine Orientierung? Wie gehen wir mit der Ambivalenz dieser Zustände und Orte um, die sich zwischen Leben und Tod, gut und böse, schützend und bedrohend befinden und ereignen? Welche Bedeutung haben diese Zustände und Ereignisse für mich und wie gehe ich mit meinen Reaktionen um? Welche Wechselwirkungen und Einflüsse hat das Gesamt der Intensivstation (Patienten, Angehörige, Personal, Institution, System, Feld) auf den Heilungs- und Bewusstseinsprozess?

Komaarbeit-haende-IDiese und weitere Fragen werden wir gemeinsam im Kurs bewegen und Antworten sowie Perspektiven entwickeln, die eigene Rolle als Seelsorger(in) auf der Intensivstation zu finden, anzunehmen und auszufüllen. Die Erkenntnisse und Methoden der prozessorientierten Psychologie nach Arnold Mindell bieten eine gute Grundlage für eine seelsorgerliche Haltung und Vorgehensweise im Umgang mit der Intensivstation und den Menschen, die dort leben.


Herangehensweise:

Theorie, viele praktische Übungen in der Gruppe und konkrete Begegnungen mit Patienten auf den Intensivstationen des Klinikums der Technischen Universität München rechts der Isar, sowie die persönliche und gemeinsame Reflexion der Praxis im je eigenen Krankenhaus.

Ein Curriculum für diesen Kurs wird derzeit erstellt.

Ausführliche Information, Termine und Anmeldungsbedingungen finden Sie auf meiner Webseite unter "Termine"  und der Webseite Traumland-Intensivstation

 * = in begrenztem Umfang laden wir auch andere in diesem Feld arbeitende Professionen in die Fortbildung ein. Bitte sprechen Sie uns an.

 

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